Herbstdeko selber basteln: Windlicht in 1 Stunde
Wir machen heute aus einem leeren Gurkenglas ein warmes, herbstliches Windlicht, ganz einfach mit Serviettentechnik und Schritt für Schritt zum Nachbauen. Wenn du Herbstdeko selber basteln möchtest, ohne teures Material und ohne Vorwissen, bist du hier richtig. Und die wichtigste Sache, die ich dabei gelernt habe: der Untergrund entscheidet, nicht das Motiv. Wer die Serviette direkt aufs klare Glas klebt, sieht später jede Kante. Tupfst du vorher eine helle Acrylfarbe auf, leuchtet plötzlich alles. Genau diesen Trick bekommst du hier mit, damit du dir den Fehlversuch sparst.
Herbstdeko DIY oder gekauft: Warum sich das Selbermachen lohnt
Ich liebe es, aus gebrauchten Gläsern etwas Neues zu machen. Upcycling eben. Für dieses Projekt wollte ich einfach mal etwas anderes ausprobieren und eine herbstliche Deko basteln, die auch als kleine Halloween-Stimmung durchgeht. Das Schöne: Du entscheidest über Farben und Motive, das Glas kostet nichts, und am Ende steht ein Unikat, das kein Möbelhaus so im Regal hat.
Material: das brauchst du
- 1 leeres Glas (Gurken- oder Marmeladenglas), sauber ausgespült, 0 € (Upcycling)
- Servietten mit Herbst- oder Halloweenmotiv, 3-lagig, ca. 3 € (Packung im Bastel- oder Supermarkt)
- *Mod Podge Klarkleber (matt, ca. 236 ml), ca. 12 €
- *Acrylfarben-Set (u.a. Weiß und Braun), ca. 10€
- Schwammpinsel oder kleines Schwämmchen, ca. 2 €
- Schere (hast du sicher), 0 €
- Naturgarn oder Juteschnur, ca. 3 €
- 2 bis 3 kleine Tannenzapfen, gesammelt, 0 €
- Heißklebepistole (falls nicht vorhanden), ca. 8 €
- *LED-Mini-Lichterkette (batteriebetrieben), ca. 7 €
Viele Sachen hast du wahrscheinlich schon zu Hause. Kaufen musst du meist nur Kleber, Farbe und Lichterkette.
Schritt für Schritt: Herbstdeko selber basteln mit Serviettentechnik
Schritt 1: Glas reinigen
Wasch das Glas gründlich mit heißem Spülwasser aus und trockne es komplett ab. Fett und Etikettenreste sind der häufigste Grund, warum später nichts hält. Über das Glas muss sich hinterher nichts legen außer Farbe, also wisch zur Sicherheit noch einmal mit etwas Spiritus oder Essigwasser über die Außenseite. Dann kannst du dein ganzes Material bereitstellen.

Schritt 2: Serviette trennen und Motive ausschneiden
Servietten sind meist dreilagig. Du brauchst nur die oberste, bedruckte Lage. Ziehe die weißen Unterlagen vorsichtig an einer Ecke ab, bis nur noch das dünne, farbige Blatt übrig ist. Danach schneidest du deine Motive aus. Reißen geht auch und lässt weichere Kanten entstehen, aber für klare Formen wie Blätter, Kürbisse oder Pilze ist Ausschneiden einfacher zu kontrollieren.

Schritt 3: Heller Untergrund mit Acrylfarbe
Das ist der Schritt, der bei mir den Unterschied gemacht hat. Misch dir einen warmen, hellen Ton aus Weiß mit einem kleinen Klecks Braun und tupfe die Farbe mit dem Schwammpinsel auf das ganze Glas. Tupfen, nicht streichen: So bekommst du eine gleichmäßige, leicht wolkige Fläche ohne Pinselstriche. Lass das Glas anschließend gut durchtrocknen, ein paar Stunden reichen, über Nacht ist noch sicherer. Die Farbe ist trocken, wenn sie matt wirkt und sich beim Antippen nicht mehr klebrig anfühlt.

Schritt 4: Motive mit Mod Podge aufkleben
Jetzt kommt der kniffligste Teil. Trag mit dem Pinsel eine dünne Schicht Mod Podge auf die Stelle auf, an der das Motiv sitzen soll. Leg das Serviettenstück auf und streiche es von der Mitte nach außen glatt, ganz sachte. Danach ziehst du eine weitere dünne Schicht Kleber über das Motiv drüber. Die Serviette wird beim Kleben durchsichtig und dunkelt kurz nach, das gehört so und verschwindet beim Trocknen. Arbeite in Ruhe und korrigiere möglichst wenig, solange alles nass ist.

Weniger Kleber ist mehr. Nimm bewusst wenig Mod Podge, sonst reißt das dünne Serviettenpapier oder es bleiben getrocknete, glänzende Kleberreste sichtbar. Lieber zwei hauchdünne Schichten als eine dicke. Und arbeite mit einem fast trockenen Pinsel, dann schiebst du keine Falten vor dir her.
Schritt 5: Glasrand mit Garn umwickeln
Wenn der Kleber trocken ist, wickelst du Naturgarn mehrmals um den oberen Glasrand und knotest es mit einer kleinen Schleife zu. Das gibt dem Windlicht sofort einen warmen, natürlichen Rahmen und kaschiert nebenbei den Übergang, falls deine Farbe oben nicht ganz sauber abschließt.

Schritt 6: Tannenzapfen befestigen
Die Tannenzapfen setzt du mit ein paar Punkten Heißkleber an den Garnrand oder direkt ans Glas. Wer keine Heißklebepistole nutzen möchte, bindet die Zapfen einfach mit einem Stück Garn an die umwickelte Kordel. Beides hält gut, das Anbinden ist die kinderfreundlichere Variante.

Schritt 7: Lichterkette hinein und fertig
Zum Schluss legst du die LED-Lichterkette locker ins Glas, das Batteriefach versteckst du hinten oder klemmst es unter den Garnrand. Anschalten, Licht aus, und du hast es geschafft: Dein Windlicht wirft jetzt genau das warme, weiche Leuchten, für das die ganze Bastelei da war.

Serviettenpapier, Kleber und Garn sind brennbar. Stell deshalb niemals ein echtes Teelicht oder eine Kerze in dieses Glas, benutze ausschließlich eine LED-Lichterkette oder ein LED-Teelicht. So bleibt die Deko sicher, auch wenn sie mal unbeaufsichtigt leuchtet.
Mod Podge ist auf Wasserbasis und angenehm zu verarbeiten, arbeite trotzdem in einem gut gelüfteten Raum und wasch dir hinterher die Hände. Bei der Heißklebepistole gilt: Spitze und Kleber werden sehr heiß, also Finger weg von der frischen Klebestelle und bei Kindern immer dabei bleiben.
Das machen Anfänger falsch
- Zu viel Kleber. Das dünne Papier reißt oder trocknet glänzend auf. Lösung: sparsam auftragen, lieber zweimal dünn.
- Serviette nass verschieben. Einmal aufgelegt und angedrückt reißt sie beim Korrigieren. Lösung: langsam von der Mitte nach außen arbeiten und liegen lassen.
- Alle drei Lagen benutzt. Dann wird es dick und wellig. Lösung: nur die oberste, bedruckte Lage abziehen.
- Ohne hellen Untergrund kleben. Auf klarem Glas verschwindet das Motiv und man sieht jede Kante. Lösung: erst Acrylfarbe auftupfen, dann kleben.
- Fettiges Glas. Der Kleber hält nicht richtig. Lösung: vorher gründlich reinigen und entfetten.
Und ganz wichtig: Es muss nicht perfekt sein. Kleine Falten und leicht sichtbare Kanten sieht man im warmen Licht am Abend ohnehin kaum, und sie machen dein Windlicht handgemacht statt maschinell. Meine ersten Versuche waren auch nicht makellos, und trotzdem stehen sie bei mir am Fenster.
Variationen
- Farbe: Statt Weiß und Braun einen Untergrund in Rostrot, Senfgelb oder Salbeigrün tupfen, passend zu deinen Servietten.
- Motive: Kürbisse und Fledermäuse für Halloween, Blätter und Pilze für den klassischen Herbst, Sterne und Zweige für den Übergang in den Winter.
- Größe: Ein hohes Bonbonglas wird zur Bodenlaterne, kleine Joghurtgläser zu einem Set für den Tisch.
- Deko: Statt Tannenzapfen kleine Beeren, Zimtstangen oder eine getrocknete Orangenscheibe ans Garn binden.
Herbstdeko innen, am Hauseingang außen und als Halloweendeko
Drinnen macht sich das Windlicht auf der Fensterbank, dem Esstisch oder dem Sideboard gut. Für Herbstdeko innen stellst du am besten mehrere Gläser in unterschiedlichen Höhen zusammen. Draußen funktioniert es ebenfalls, allerdings mit einer Einschränkung: Serviettentechnik ist nicht wetterfest. Am überdachten Hauseingang unter einem Vordach hält es eine Weile, im Dauerregen nicht. Und mit dunklem Untergrund und Fledermaus-Motiven wird aus derselben Anleitung im Handumdrehen stimmungsvolle Halloweendeko.
Meine Materialien im Detail
Diese drei Produkte nutze ich selbst. Die Links sind Partnerlinks, für dich ändert sich am Preis nichts.
- Mod Podge Klarkleber (matt), ca. 12 €. Der Klassiker für Serviettentechnik, und aus gutem Grund. Der Kleber ist dünnflüssig genug, um sich sauber verstreichen zu lassen, und trocknet klar auf. Ich nehme bewusst die matte Variante, weil glänzender Lack bei Licht schnell speckig aussieht. Weil man ihn so sparsam aufträgt, hält eine Flasche gefühlt ewig und reicht für unzählige Gläser, das relativiert den Preis schnell. Ein kleiner Wermutstropfen ist nur, dass die Flasche für gelegentliches Basteln recht groß ist. *Ansehen →
- Artecho Acrylfarben-Set, ca. 16 €. Für den hellen Untergrund brauchst du eigentlich nur Weiß und ein wärmendes Braun, aber mit einem kleinen Set bist du für alle Variationen gerüstet. Die Farben decken gut, lassen sich sauber mischen und tupfen sich mit dem Schwämmchen schön wolkig auf. Ehrlich gesagt sind die Töpfchen eher klein, für großflächige Projekte müsste man nachkaufen, für Gläser reicht es locker. *Ansehen →
- LED-Mini-Lichterkette, ca. 8 €. Diese kleine Batterie-Lichterkette ist genau richtig fürs Glas: warmweiße Mini-LEDs an dünnem, biegsamem Draht, den man gut ins Glas drapiert. Sie wird nicht heiß, ist also die sichere Wahl fürs Windlicht. Der einzige Haken ist das Batteriefach, das man etwas verstecken muss, dafür braucht sie keine Steckdose und du kannst das Glas überall hinstellen. *Ansehen →
Häufige Fragen
Wie lange dauert es wirklich?
Die reine Bastelzeit liegt bei ein bis zwei Stunden. Dazu kommt aber die Trockenzeit: Der Acrylfarben-Untergrund braucht ein paar Stunden, am besten über Nacht. Plane das Projekt also lieber über zwei kleine Sessions als für einen durchgetakteten Nachmittag.
Kann ich das Material ersetzen?
Ja. Mod Podge kannst du durch Serviettenkleber aus dem Bastelladen ersetzen oder dir aus Tapetenkleister und Holzleim selbst anmischen. Statt Naturgarn geht jede Kordel, und die Tannenzapfen kannst du durch Zimtstangen oder getrocknete Orangenscheiben tauschen. Nicht ersetzen solltest du nur eins: die LED. Eine echte Kerze gehört wegen der Brandgefahr nicht hinein.
Was, wenn ein Schritt misslingt?
Kein Drama. Reißt ein Motiv, klebst du einfach ein zweites darüber, im getrockneten Zustand fällt das kaum auf. Ist der Untergrund zu fleckig, tupfst du eine weitere Farbschicht drüber. Und wenn dir das ganze Glas nicht gefällt: Es ist ein altes Gurkenglas, du hast nichts verloren und fängst entspannt neu an.
Passt das Windlicht auch als Herbstdeko für den Hauseingang außen?
An einem überdachten Platz ja, zum Beispiel unter einem Vordach oder in einer Laterne. Serviettentechnik ist aber nicht wetterfest, Regen und dauerhafte Feuchtigkeit weichen den Kleber auf. Für einen geschützten Hauseingang außen ist es schön, für den offenen Regen lieber nicht.
Ist das auch als Halloweendeko und Herbstdeko-DIY für Kinder geeignet?
Sehr gut sogar. Das Aufkleben der Motive macht Kindern Spaß, nur beim Heißkleber solltest du selbst ran oder die Tannenzapfen anbinden statt kleben. Mit dunklem Untergrund und gruseligen Motiven wird flott Halloweendeko daraus, und als Herbstdeko-DIY ist das Projekt ein schöner Nachmittag für die ganze Familie.